SBC, AAC, aptX oder LDAC – wenn du diese Begriffe in den technischen Daten deiner Kopfhörer liest, wirken sie zunächst ziemlich technisch. Dabei lässt sich das Grundprinzip von Bluetooth-Codecs relativ einfach erklären.
In diesem Guide zeigen wir dir, was ein Bluetooth-Codec macht, wie sich SBC, AAC, aptX und LDAC unterscheiden und welchen Einfluss Codec, Smartphone und Kopfhörer gemeinsam auf dein Hörerlebnis haben können.
Was ist ein Bluetooth-Codec überhaupt?
Ein Codec – kurz für Coder/Decoder – ist ein Verfahren, mit dem Audiodaten für die Übertragung verarbeitet werden. Vereinfacht gesagt werden die Daten zunächst komprimiert und anschließend auf der Empfängerseite wieder decodiert.
Eine Audiodatei kann große Datenmengen enthalten. Für die kabellose Übertragung per Bluetooth wird das Audiosignal deshalb vor dem Senden encodiert und in einer kompakteren Form an deine Kopfhörer übertragen.
Im Kopfhörer werden die Daten wieder decodiert und anschließend wiedergegeben. Dieser Vorgang geschieht innerhalb kürzester Zeit, sodass du davon im Idealfall nichts bemerkst.
Bluetooth-Codecs unterscheiden sich unter anderem darin, wie sie Audiodaten verarbeiten, welche Bitrate sie verwenden und welche Anforderungen sie an die Übertragung stellen. Das kann sich auf Klang, Latenz und Verbindungsstabilität auswirken.
SBC, AAC, aptX und LDAC im Vergleich
Es gibt zahlreiche Bluetooth-Codecs. Im Alltag begegnen dir besonders häufig die Bezeichnungen SBC, AAC, aptX und LDAC.
Vergleichstabelle: SBC, AAC, aptX und LDAC
SBC
SBC (Low Complexity Subband Codec) ist einer der am weitesten verbreiteten Bluetooth-Audio-Codecs. Die Bitrate liegt bei bis zu etwa 328 kbit/s. Seine große Stärke ist die breite Kompatibilität zwischen unterschiedlichen Bluetooth-Geräten.
AAC
AAC (Advanced Audio Coding) ist besonders im Apple-Ökosystem verbreitet, wird aber auch von vielen Android-Geräten unterstützt. Die maximale Bitrate liegt bei bis zu 256 kbit/s. Wie gut AAC in der Praxis funktioniert, hängt auch von der konkreten Umsetzung auf dem jeweiligen Gerät ab.
aptX
aptX stammt aus dem Qualcomm-Umfeld und ist vor allem bei Android-Geräten verbreitet. Die Standard-Version erreicht bis zu 352 kbit/s, aptX HD bis zu 576 kbit/s. Innerhalb der aptX-Familie gibt es verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
LDAC
LDAC wurde von Sony entwickelt und erreicht in diesem Vergleich mit bis zu 990 kbit/s die höchste maximale Bitrate.
Eine höhere Bitrate bedeutet allerdings nicht automatisch besseren Klang. Das Endergebnis hängt auch von der Kopfhörer-Hardware, der Codec-Implementierung und der Qualität der Audioquelle ab.
Bitrate, Klangqualität und Latenz solltest du deshalb nicht als dieselbe Kennzahl betrachten. Sie beschreiben unterschiedliche Aspekte der Bluetooth-Audioübertragung.

Hinweis: Dieser Vergleich konzentriert sich auf verbreitete Codecs des klassischen Bluetooth-Audios über A2DP. Bluetooth LE Audio verwendet mit LC3 einen eigenen Standard-Codec.
Warum Quelle und Kopfhörer denselben Codec unterstützen müssen
Damit ein bestimmter Bluetooth-Codec tatsächlich verwendet werden kann, müssen sowohl dein Abspielgerät als auch deine Kopfhörer diesen Codec unterstützen.
Unterstützt dein Smartphone beispielsweise AAC, der Kopfhörer aber nur SBC, können beide Geräte nicht über AAC kommunizieren. Stattdessen wird ein Codec verwendet, den beide Seiten gemeinsam unterstützen.
Diese Auswahl erfolgt beim Verbindungsaufbau normalerweise automatisch im Hintergrund. Das erklärt auch, warum derselbe Kopfhörer je nach Smartphone mit einem anderen Codec arbeiten kann.
Wie Bluetooth-Codecs das Hörerlebnis im Alltag beeinflussen
Relevant werden Bluetooth-Codecs vor allem bei drei Punkten: Klangqualität, Latenz und Stabilität.
Klangqualität
Wie viel Klangqualität am Ende bei dir ankommt, hängt nicht allein vom Codec ab. Auch Treiber, Abstimmung und gesamte Akustikkonstruktion der Kopfhörer spielen eine zentrale Rolle. Ein höherer Datenwert kann zusätzliche Reserven schaffen, ersetzt aber keine gute Hardware.
Latenz
Unter Latenz versteht man die Verzögerung zwischen dem gesendeten und dem wiedergegebenen Audiosignal. Besonders bei Videos oder Gaming fällt eine hohe Latenz auf, wenn Bild und Ton nicht mehr sauber synchron wirken.
Verbindungsstabilität
Auch die Funkumgebung spielt eine Rolle. Werden viele Daten übertragen und ist das 2,4-GHz-Band gleichzeitig stark ausgelastet – etwa in einem Büro oder öffentlichen Verkehrsmittel – können die Bedingungen für eine stabile Verbindung anspruchsvoller werden.
Bluetooth-Codecs bei Android und iPhone
Welche Codecs tatsächlich genutzt werden können, hängt auch vom Smartphone beziehungsweise Betriebssystem ab.
iPhone
Bei iPhones stehen für klassisches Bluetooth-Audio AAC und SBC im Mittelpunkt. aptX und LDAC werden auf dem iPhone nicht verwendet. Welcher der unterstützten Codecs tatsächlich aktiv ist, wird in den normalen iOS-Einstellungen nicht direkt angezeigt.
Android
Android-Geräte können je nach Hersteller und Modell unterschiedliche Codec-Kombinationen unterstützen. Dazu können unter anderem SBC, AAC, aptX oder LDAC gehören.
Bei vielen Android-Geräten lässt sich der aktuell verwendete Codec über die Entwickleroptionen → Bluetooth-Audio-Codec einsehen. Die genaue Bezeichnung des Menüpunkts kann je nach Hersteller variieren. Ein manuelles Umschalten funktioniert nur, wenn Smartphone und Kopfhörer den gewünschten Codec gemeinsam unterstützen.
Welche Bluetooth-Codecs unterstützen Shokz-Kopfhörer?
Welche Codecs unterstützt werden, unterscheidet sich je nach Shokz Modell. Zwei Beispiele zeigen die unterschiedlichen Ansätze.
OpenRun Pro 2: SBC
Der Shokz OpenRun Pro 2 unterstützt SBC. Das Modell ist auf Sport und Alltag ausgelegt, wobei ein stabiler Sitz, breite Gerätekompatibilität und das Open-Ear-Prinzip im Vordergrund stehen.
Die weite Verbreitung von SBC sorgt dafür, dass der Codec mit sehr vielen Smartphones und anderen Bluetooth-Geräten genutzt werden kann.
OpenFit Air 2: AAC und SBC
Der Shokz OpenFit Air 2 unterstützt neben SBC auch AAC. Dadurch kann das Modell beispielsweise mit einem iPhone AAC verwenden, sofern dieser Codec zwischen beiden Geräten ausgehandelt wird.
Zusätzlich arbeitet der OpenFit Air 2 mit Bluetooth 6.1.
Wichtig bleibt: Die Codec-Unterstützung allein entscheidet nicht über die gesamte Klangqualität. Gerade bei offenen Kopfhörern spielen Bauform, Treiber und Akustik mindestens ebenso eine Rolle. Mehr zu den Unterschieden verschiedener Trageformen findest du in unserem Vergleich zu In-Ear- und Clip-On-Kopfhörern .
Fazit: Der Codec ist nur ein Teil der Bluetooth-Audioqualität
Bluetooth-Codecs sorgen dafür, dass Audiodaten kabellos zwischen Quellgerät und Kopfhörer übertragen werden können. SBC, AAC, aptX und LDAC unterscheiden sich unter anderem bei Bitrate, Kompatibilität und technischer Ausrichtung.
Für das tatsächliche Hörerlebnis zählt jedoch immer das Zusammenspiel aus Smartphone, unterstütztem Codec, Kopfhörer-Hardware, Bauform und Nutzungssituation. Eine einzelne Codec-Bezeichnung oder besonders hohe Bitrate reicht deshalb nicht aus, um die Qualität eines Kopfhörers zu beurteilen.
Häufig gestellte Fragen zu Bluetooth-Codecs
SBC vs. AAC – was ist der Unterschied?
SBC ist ein sehr weit verbreiteter Bluetooth-Audio-Codec mit breiter Kompatibilität. AAC wird besonders im Apple-Ökosystem genutzt, ist aber auch auf vielen Android-Geräten verfügbar. Welcher Codec in der Praxis besser funktioniert, hängt von den beteiligten Geräten und ihrer Umsetzung ab.
aptX vs. LDAC – welcher ist besser?
Die beiden Codec-Familien setzen unterschiedliche Schwerpunkte. LDAC bietet in diesem Vergleich die höhere maximale Bitrate, während es innerhalb der aptX-Familie verschiedene Varianten für unterschiedliche Anforderungen gibt. Ein pauschal „besserer“ Codec lässt sich daraus nicht ableiten.
Was ist der beste Bluetooth-Codec?
Den einen besten Codec für jede Situation gibt es nicht. Entscheidend ist zunächst, welche Codecs dein Smartphone und deine Kopfhörer gemeinsam unterstützen. Danach spielen außerdem Kopfhörer-Hardware, Nutzungssituation und persönliche Hörvorlieben eine Rolle.
Wie finde ich heraus, welcher Bluetooth-Codec gerade verwendet wird?
Bei vielen Android-Geräten kannst du den aktiven Codec über die Entwickleroptionen unter „Bluetooth-Audio-Codec“ einsehen. Bei iPhones wird der aktuell verwendete Bluetooth-Audio-Codec in den normalen Einstellungen nicht direkt angezeigt.



