In der Stadt kannst du mit dem Fahrrad oft schnell und günstig von A nach B kommen. Ist die Strecke kürzer als fünf Kilometer, schlägt das Rad das Auto fast immer, weil für dich die Parkplatzsuche entfällt und du Staus umfahren kannst.
Trotzdem zögern viele, gelegentlich oder dauerhaft auf das Fahrrad umzusteigen, weil sie der Verkehr und die damit verbundenen Gefahren abschrecken: Autos, die dich nah überholen, oder Radwege, die nur unvollständig durch die Stadt führen, sind nur zwei Beispiele.
Diese Sorgen sind nicht unberechtigt, lassen sich aber mit ein paar Maßnahmen verringern. Wir erklären dir, was den Stadtverkehr ausmacht, wie du deine erste Route auswählst und welche Regeln wichtig zu kennen sind.
Radfahren in der Stadt: Was den Stadtverkehr besonders macht
Radfahren in der Stadt machen die meisten nicht aus sportlichen Gründen, sondern als Teil des Alltags – wie dem Pendeln zur Arbeit oder zum Hobby am Abend. Es kommt also oft hinzu, dass du mit Gepäck (Tasche für die Arbeit oder den Sport) unterwegs bist.
Außerdem teilst du dir die Straße oder den Fahrradweg fast immer mit anderen Verkehrsteilnehmern, und es ist wichtig, dass diese dich sehen. Diese drei Dinge machen den Stadtverkehr im Besonderen aus:
Viele Konflikte auf kurzer Strecke: Auf zwei Kilometern durch die Innenstadt passierst du unzählige Kreuzungen, Einfahrten und Bushaltestellen; überall kreuzen sich Wege. Das hat Potenzial für Konflikte.
Radwege enden abrupt: Ein Radweg kann ohne Vorwarnung plötzlich enden. Dann musst du auf die Straße ausweichen, manchmal ohne dass eine Markierung dir dabei hilft.
Wechselnder Untergrund: Bei Nässe werden viele Untergründe schnell rutschig, insbesondere Schienen und Metallplatten – aber auch Kopfsteinpflaster, Gullydeckel oder Laub.
Tipp: Am Sonntagmorgen kannst du die Strecke, die du täglich fahren willst, gut abfahren. Es herrscht weniger Verkehr, und du kannst dich gut mit den Eigenheiten vertraut machen.

Wie du die richtige Route fürs Radfahren in der Stadt findest
Wichtigster Tipp: Folge nicht der Route, die deine Karten-App für das Auto berechnet, selbst wenn sie anscheinend die kürzeste Verbindung ist. Denn dabei wirst du fast immer über die Hauptstraße geführt, was als Fahrradfahrer die schlechteste Wahl ist.
Nimm lieber einen kurzen Umweg in Kauf und fahr über die Nebenstraßen, wo es weniger Verkehr gibt und du dich besser auf das Fahren an sich konzentrieren kannst, statt auf die Autos in deinem Rücken.
Viele Karten-Apps wie von Google oder Apple bieten inzwischen die Option, bei der Navigation das Fahrrad – neben dem Auto und zu Fuß – auszuwählen. Es gibt ebenso reine Fahrrad-Apps, die eine Routenführung nur per Rad anbieten.
Darauf solltest du bei der Auswahl der Strecke achten:
- Nebenstraßen und Fahrradstraßen bevorzugen: In Fahrradstraßen sind Räder erlaubt; Autofahrer dürfen nur mit entsprechender Berechtigung durchfahren.
- Parks und Flussufer nutzen: In vielen Städten findest du Parks, durch die du mit dem Fahrrad fahren kannst. Liegt deine Stadt an einem größeren Fluss, nutze die Wege entlang des Flussufers, wenn möglich.
- Große Kreuzungen umfahren: Wenn du dir an größeren Kreuzungen unsicher bist, spricht auch nichts dagegen, dass du absteigst und als Fußgänger an der Ampel dein Rad über die Straße schiebst.
- Höhenmeter beachten: Ein Berg auf dem Weg zur Arbeit kann eine Herausforderung sein – vor allem, wenn du kein E-Bike hast. Es kann entscheiden, ob du verschwitzt im Büro ankommst oder nicht.
- Durchschnittsgeschwindigkeit beachten: Mit Ampeln eingerechnet fährst du im Schnitt etwa 15 km/h. Für fünf Kilometer brauchst du dann etwa zwanzig Minuten.
Fahrradausrüstung für Anfänger: Was du brauchst
Wenn du bereits ein älteres Fahrrad im Keller stehen hast, das du aber seit langem nicht mehr genutzt hast, musst du nicht unbedingt ein neues Rad kaufen.
Das Fahrrad selbst
Für den Verkehr sind in Deutschland zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine Klingel, Licht vorne weiß und hinten rot sowie Reflektoren vorgeschrieben.
Der Sattel sollte so hoch sein, dass dein Bein am tiefsten Punkt fast durchgestreckt ist. Sitzt du zu niedrig, kostet dich das unnötig viel Kraft, und es belastet zudem dein Knie.
Bremsen und Reifen
Fährst du regelmäßig, lass Bremsen und Reifen an deinem Fahrrad im Laden prüfen. Zwei häufige Mängel am Durchschnittsrad sind abgefahrene Bremsbeläge und alte, abgenutzte Reifen.
Licht und Sichtbarkeit
Nabendynamo und fest verbautes Licht sind besser geeignet als Akkulampen, weil du nicht vergessen kannst, die Akkus aufzuladen. Wenn du Akkulampen trotzdem nutzen willst, mach es dir zur Gewohnheit, sie übers Wochenende aufzuladen.
Im Winter sind reflektierende Elemente an Knöcheln, Pedalen und Speichen ratsam, damit du von Autofahrern eher gesehen wirst.
Helm
In Deutschland ist es keine Pflicht, einen Helm zu tragen; es droht dir kein Bußgeld, wenn du ihn nicht trägst. Sinnvoll ist er aber trotzdem. Achte darauf, dass der Helm waagerecht sitzt und sich nicht verschieben lässt – auf keinen Fall sollte er am Hinterkopf hängen.

Kleidung
Wie beim Wandern gilt das Zwiebelprinzip. Beim Radfahren kommt der Wind dazu, deshalb frierst du an einem Sommermorgen die ersten Minuten vielleicht noch, und nach zehn Minuten wird dir warm.
Für Regen ist eine Jacke mit langem Rücken praktischer als eine kurze Sportjacke. Handschuhe machen bei zehn Grad und weniger einen Unterschied, weil deine Hände durch die lange Inaktivität am Lenker schneller auskühlen.
Gepäck
Ob du einen Rucksack trägst oder eine Gepäckträgertasche hast, ist reine Geschmackssache. Der Vorteil bei der Tasche ist, dass dein Rücken nicht schwitzt – dafür nimmst du den Rucksack flexibler einfach ins Büro mit, wenn du absteigst.
Egal für welche Variante du dich letztlich entscheidest, das gehört in die Tasche:
- Schloss: Faltschloss oder Bügelschloss.
- Flickzeug oder Ersatzschlauch plus Minipumpe und Reifenheber.
- Multitool mit Inbusschlüsseln für Sattel und Lenker.
- Regenjacke, wenn die Wetterprognose wechselhaft ist.
- Etwas zu trinken und ggf. ein Snack für längere Strecken.
Was optional ist
Du musst beim täglichen Fahren im Alltag nicht sportlich denken: Extras wie Polster, Tacho oder Trikot lohnen sich eigentlich nur, wenn du in deiner Freizeit auch anspruchsvollere Strecken fährst und das Ganze als Sport ansiehst.
Sicherheitstipps, wenn du neu im Stadtverkehr bist
Diese Tipps solltest du beherzigen, falls du bisher nur selten im Stadtverkehr unterwegs warst – oder überhaupt noch nicht:
Nicht am äußersten Rand fahren: Halte etwa 80 Zentimeter Abstand zu parkenden Autos und zum Bordstein, sonst hast du keine Chance, einer Autotür auszuweichen, die gerade aufgeschlagen wird.
Vorsicht vor rechts abbiegenden LKWs: Wenn du an einer Kreuzung rechts neben einem LKW im toten Winkel stehst, kannst du vom Fahrer leicht übersehen werden. Bleib immer dahinter oder deutlich davor stehen.
Radwegregeln kennen: Du musst nur dann einen Radweg vor der Straße bevorzugen, wenn dort ein blaues Schild mit Radsymbol steht. Existiert kein Schild, darfst du auf die Straße – was bei kaputten oder zugeparkten Radwegen eh oftmals sinnvoller ist. Reine Fußgängerwege sind aber für Fahrräder verboten, außer es wird explizit darauf hingewiesen.
Handy nicht in die Hand nehmen: Während der Fahrt darfst du dein Smartphone nicht in der Hand benutzen. Für die Navigation eignet sich beispielsweise eine geeignete Halterung – wichtig ist, dass du den Verkehr weiterhin im Blick behältst
Bei Nässe früher bremsen: Der Bremsweg wird deutlich länger bei Nässe. Schienen und Metallplatten kreuzt du möglichst im rechten Winkel.
Shokz-Kopfhörer fürs Radfahren im Stadtverkehr
Vielleicht hörst du unterwegs gern Musik oder einen Podcast oder lässt dir die Route ansagen, weil du das Handy nicht in die Hand nehmen willst. Mit normalen In-Ears ist das nicht zu empfehlen, weil sie den Gehörgang verschließen – du hörst dann weder das Auto hinter dir noch die Klingel vom schnelleren Radfahrer, der angerast kommt.
Open-Ear-Kopfhörer sitzen hingegen vor oder neben dem Ohr und lassen den Gehörgang frei. Du hörst deinen Ton und gleichzeitig, was um dich herum passiert.
OpenRun Pro 2
Der OpenRun Pro 2 arbeiten mit Knochenschall-Technologie und haben einen Nackenbügel, der auch auf Kopfsteinpflaster sitzen bleibt. Für die Stadt ist das praktisch: Du hast nichts im Ohr, das drücken oder bei einer Bodenwelle verrutschen kann.
Der Bügel läuft hinter dem Kopf und kommt damit weder dem Helmriemen noch der Sonnenbrille in die Quere. Wenn du täglich fährst und festen Halt willst, passt dieses Modell gut in den Alltag auf dem Rad.
Hinweis: In Deutschland gilt gemäß § 23 StVO: Fahrzeugführende müssen u.a. sicherstellen, dass ihr Gehör im Straßenverkehr nicht beeinträchtigt wird. Die offene Bauweise unterstützt dabei, Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Bitte achte dennoch stets auf die Verkehrssituation und nutze eine angemessene Lautstärke.
Häufige Fragen (FAQs)
Wie fange ich am besten mit dem Radfahren in der Stadt an?
Fahre das erste Mal eine kurze Strecke, die du kennst, wie den Weg zum Supermarkt. Wähle dafür am besten einen Sonntag, damit weniger Verkehr auf der Straße herrscht.
Muss ich als Anfänger auf dem Radweg fahren?
Nein, du musst nur dann auf dem Radweg fahren, wenn ein blaues Schild mit weißem Radsymbol darauf hinweist. Sonst darfst du auch die Straße benutzen – aber nicht den Gehweg, der nur für Fußgänger freigegeben ist (Für Kinder gelten je nach Alter besondere Ausnahmen).
Brauche ich ein besonderes Fahrrad für die Stadt?
Nein, jedes verkehrssichere Fahrrad ist dafür geeignet. Achte aber auf Schutzbleche, einen Gepäckträger und darauf, dass du aufrecht sitzt.
Wie sicher ist Radfahren in der Stadt?
Am häufigsten werden Radfahrer an Kreuzungen und Einfahrten übersehen, und dort passieren auch die meisten Unfälle. Wichtige Tipps: Fahre nie ganz am Rand der Straße, denk an Handzeichen und warte an einer Ampel nie direkt neben einem LKW.



